Google Ads 02. September 2026 5 Min. Lesezeit

Wofür gibt Google Ihr Werbebudget wirklich aus? Der Suchbegriffe-Check

Jeder Klick kostet Geld — aber bei welchen Suchanfragen erscheint Ihre Anzeige? So lesen Sie den Suchbegriffe-Bericht und stoppen unpassende Klicks.

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Daniel Piculjan Inhaber von Pageartist seit 2019.
Abstrakte Trichter-Grafik aus feinen goldenen Linien auf dunkelblauem Grund: viele Punkte fallen hinein, nur wenige passieren die enge Öffnung

Jeder Klick auf Ihre Google-Anzeige kostet Geld — je nach Branche einen Euro, manchmal auch fünf oder mehr. Die entscheidende Frage stellen sich trotzdem die wenigsten kleinen Betriebe: Bei welchen Suchanfragen erscheint meine Anzeige eigentlich? Wer sie beantwortet, findet fast immer Klicks, die nie zu einem Auftrag führen konnten. Genau dafür gibt es den Suchbegriffe-Bericht — das unserer Erfahrung nach am meisten unterschätzte Werkzeug in Google Ads.

Wofür bezahlen Sie gerade wirklich?

Viele verwechseln zwei Dinge: das Keyword, das Sie in Ihrer Kampagne eingebucht haben, und die Suchanfrage, die ein Mensch tatsächlich bei Google eintippt. Das Keyword „Malerbetrieb Köln" bedeutet nicht, dass Ihre Anzeige nur bei dieser Eingabe erscheint. Je nach Einstellung zeigt Google sie auch bei Suchanfragen, die das System für sinnverwandt hält — und dieser Spielraum ist in den letzten Jahren immer größer geworden.

Seit dem 1. September 2026 verstärkt sich das noch einmal: Google stellt Suchkampagnen, die weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene oder automatisch erstellte Assets nutzen, automatisch auf die KI-Funktion AI Max um. Was das im Detail bedeutet, haben wir bereits im Sommer beschrieben — für diesen Beitrag reicht die Kurzfassung: Die KI entscheidet künftig noch häufiger selbst, zu welchen Suchanfragen Ihre Anzeige ausgeliefert wird. Umso wichtiger wird die Kontrolle, wohin das Budget tatsächlich fließt.

So finden Sie den Suchbegriffe-Bericht

Der Bericht ist in jedem Google-Ads-Konto enthalten, kostet nichts extra und braucht keine Einrichtung. Sie finden ihn im Menü Ihrer Kampagnenübersicht unter „Statistiken und Berichte" → „Suchbegriffe". Dort listet Google auf, bei welchen tatsächlichen Suchanfragen Ihre Anzeigen erschienen sind, wie oft geklickt wurde und was diese Klicks gekostet haben.

Ein Hinweis zur Erwartung: Der Bericht zeigt nicht jede einzelne Suchanfrage. Sehr seltene Eingaben fasst Google aus Datenschutzgründen zusammen oder lässt sie weg. Für die Budgetkontrolle reicht das trotzdem — die teuren Ausreißer haben fast immer genug Klicks, um aufzutauchen.

Diese Klick-Fresser finden wir immer wieder

Wenn wir Google-Ads-Konten von Selbstständigen, Praxen und Handwerksbetrieben zum ersten Mal durchsehen, tauchen im Suchbegriffe-Bericht erstaunlich oft dieselben Muster auf:

  • Jobsuchende: Suchanfragen mit „Ausbildung", „Gehalt", „Stellenangebot" oder „Jobs". Ein Malerbetrieb, der Aufträge sucht, bezahlt hier für Bewerber-Klicks.
  • Gratis-Sucher: Anfragen mit „kostenlos", „selber machen" oder „Anleitung". Diese Menschen wollen kein Angebot, sondern eine Videoanleitung.
  • Falsche Region: Klicks aus Städten, in denen Sie gar nicht arbeiten — etwa weil die Standorteinstellung zu großzügig gefasst ist.
  • Notdienst-Missverständnisse: Eine Zahnarztpraxis ohne Notdienst bezahlt für „Zahnarzt Notdienst nachts"-Klicks, die nur zu enttäuschten Anrufen führen.
  • Themen-Nachbarn: Der Installateur bucht „Wärmepumpe" und erscheint bei „Wärmepumpe Förderung beantragen" — eine Behörden-Frage, kein Auftrag.

Keiner dieser Klicks ist ein Fehler von Google. Das System liefert, was die Einstellungen erlauben. Aber jeder dieser Klicks ist Budget, das bei einer echten Kundenanfrage fehlt — und bei einem Monatsbudget von 300 Euro tut jede unpassende Anfrage spürbar weh.

Negative Keywords: die Stopp-Liste für Ihr Budget

Die Lösung heißt auszuschließende Keywords, oft „negative Keywords" genannt. Damit sagen Sie Google: Bei Suchanfragen mit diesem Wort soll meine Anzeige nicht erscheinen. Der Weg dorthin ist kurz — Sie können unpassende Suchbegriffe direkt aus dem Bericht heraus ausschließen oder unter „Keywords" → „Auszuschließende Keywords" eine eigene Liste pflegen.

Für die meisten kleinen Konten hat sich bei uns dieser Grundstock bewährt:

  • Bewerbungs-Wörter: „Ausbildung", „Job", „Gehalt", „Praktikum"
  • Gratis-Wörter: „kostenlos", „gratis", „selber machen", „Anleitung"
  • Orte, die Sie nicht bedienen
  • Leistungen, die Sie nicht anbieten — der Maler ohne Bodenverlegung schließt „Parkett" aus
◆ Tipp

Legen Sie auszuschließende Keywords als Liste auf Kontoebene an, nicht einzeln pro Kampagne. Dann wirkt jede neue Ergänzung sofort überall — auch in Kampagnen, die Sie später anlegen.

Wie oft lohnt sich der Blick in den Bericht?

Unsere Faustregel aus der Betreuung kleiner Konten: einmal im Monat 15 Minuten, bei frisch gestarteten Kampagnen in den ersten Wochen lieber wöchentlich. Sortieren Sie den Bericht nach Kosten, gehen Sie die 20 teuersten Suchbegriffe durch und stellen Sie sich pro Zeile nur eine Frage: Könnte aus dieser Suchanfrage ein Auftrag für mich werden? Wenn nein — ausschließen.

Das Ergebnis dieser Routine ist unspektakulär und genau deshalb wertvoll: Das Budget bleibt gleich, aber ein größerer Teil davon landet bei Menschen, die wirklich Ihre Leistung suchen. Gerade wer bewusst mit klassischen Suchkampagnen statt Performance Max arbeitet, hat hier den größten Hebel — denn dort greifen auszuschließende Keywords am zuverlässigsten.

Was der Bericht nicht löst

Der Suchbegriffe-Bericht zeigt, wohin Klicks gehen — nicht, ob Ihre Anzeigentexte überzeugen oder Ihre Website Anfragen auslöst. Wenn die Klicks passen, aber keine Anrufe kommen, liegt das Problem eine Ebene tiefer: auf der Zielseite. Und wer sich im Konto grundsätzlich schwertut: Google testet mit Ask Advisor einen eingebauten KI-Berater — bislang allerdings nur für englischsprachige Konten, und die Entscheidung, was zum eigenen Betrieb passt, bleibt ohnehin bei Ihnen.

Wenn Sie Ihr Google-Ads-Konto lieber gar nicht selbst pflegen wollen: Wir übernehmen das für kleine Betriebe als feste Monatsroutine — inklusive Suchbegriffe-Check, Stopp-Liste und einer kurzen, verständlichen Auswertung. Melden Sie sich, wenn Sie wissen wollen, wofür Ihr Budget gerade wirklich arbeitet.


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