Wer in Google Ads bisher mit Dynamic Search Ads (DSA), automatisch erstellten Assets oder kampagnenweiter weitgehender Übereinstimmung gearbeitet hat, sollte den September 2026 im Kalender markieren. Google hat am 15. April 2026 bestätigt, dass alle drei Bausteine automatisch in die neue Kampagnenform AI Max for Search überführt werden. Wer nichts tut, wird umgestellt. Wer vorbereitet ist, hat einen Vorteil.
Wir erklären, was sich konkret ändert, was AI Max anders macht als DSA und welche Schritte wir kleinen und mittleren Unternehmen vor der Umstellung empfehlen.
Was Google am 15. April angekündigt hat
Google hat AI Max for Search-Kampagnen aus der Beta entlassen und gleichzeitig das Ende der Legacy-Suchautomatisierung eingeläutet. Ab September 2026 lassen sich keine neuen DSA-Kampagnen mehr anlegen — weder über die Weboberfläche noch über Google Ads Editor oder die API. Bestehende Kampagnen, die DSA, automatisch erstellte Assets (Automatically Created Assets, kurz ACA) oder die kampagnenweite Einstellung „weitgehend passend" nutzen, werden automatisch zu AI Max umgewandelt.
Die freiwillige Migration ist seit der Ankündigung möglich. Das ist der entscheidende Punkt: Wer früh wechselt, kann die Performance kontrolliert beobachten, statt mitten in der Hochsaison im September von einer Auto-Migration überrascht zu werden.
Wo der Unterschied zwischen DSA und AI Max liegt
DSA hat Anzeigen anhand der Inhalte einer Website geschaltet, wenn die Suchanfrage zur Seite passte. Headlines wurden automatisch generiert, die Zielseite kam aus dem Crawl der eigenen Domain. Werbetreibende konnten Seiten ein- oder ausschließen, hatten aber wenig Kontrolle über die Wortlaute.
AI Max for Search ist breiter aufgestellt. Es kombiniert vier Bausteine:
- Query-Expansion: Die KI erkennt verwandte Suchintentionen und schaltet Anzeigen für Anfragen aus, die nicht direkt in der Keyword-Liste stehen — dieselbe Logik, die früher hinter „weitgehend passend" stand, nur stärker auf Conversion-Wahrscheinlichkeit trainiert.
- Asset-Optimierung: Headlines, Beschreibungen und ergänzende Assets werden je Auktion neu kombiniert. ACA ist hier eingebettet.
- Landing-Page-Auswahl: Wie bei DSA wählt das System die Zielseite automatisch anhand der Suchabsicht. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf die Seiten Ihrer eigenen Website.
- Suchbegriffs-Berichte: AI Max ergänzt den Suchbegriffs-Bericht um einen neuen Match-Type-Indikator, der zeigt, ob die Ausspielung über klassisches Keyword-Matching oder über die keywordlose Aussteuerung zustande kam.
Wenn Sie bisher DSA als „Sicherheitsnetz" für Long-Tail-Anfragen genutzt haben, lohnt ein Test vor der Migration. AI Max expandiert aggressiver — die ersten zwei Wochen brauchen enges Kosten-Monitoring.
Was sich für KMU konkret ändert
Für kleine Konten mit drei bis fünf Kampagnen sehen wir vor allem drei Praxis-Effekte:
1. Sichtbarkeit wächst, Kontrolle schrumpft
AI Max schaltet auf mehr Suchanfragen aus als DSA. In der Beta-Phase haben Werbetreibende berichtet, dass die Reichweite spürbar steigt — bei gleichzeitig veränderter Klick-Qualität. Wer harte Tagesbudgets fährt, sollte sie vor der Umstellung leicht nach unten kalibrieren, bis die Lernphase abgeschlossen ist.
2. Negative Keywords werden wichtiger
Mit der breiteren Query-Expansion werden Anzeigen für Anfragen ausgespielt, die früher nicht relevant gewesen wären. Die Keyword-Themen-Liste und die negativen Keywords sind das wichtigste Steuerinstrument. Wir empfehlen vor der Migration eine Stunde mit dem Suchbegriffs-Bericht der letzten 90 Tage — und alles, was nicht passt, in eine kontoweite Negativliste.
3. Ausgangs-URLs müssen sitzen
Da AI Max die Zielseite selbst wählt, ist der Zustand der Website ein direkter Performance-Faktor. Veraltete Seiten, dünne Inhalte oder gebrochene Links werden vom System trotzdem als Landeziel gepickt. Vor der Umstellung lohnt ein Aufräum-Run: Welche URLs gehören aktiv beworben, welche schließt man besser per Page-Feed-Filter oder URL-Ausschluss aus?
Unsere Empfehlung: nicht warten
Der September klingt nach viel Zeit, aber zwei Punkte sprechen für eine frühe, freiwillige Migration:
- Lernphase ohne Druck: Wenn Sie heute migrieren, hat das System bis Herbst Daten gesammelt und ist eingespielt. Wer im September automatisch umgestellt wird, geht parallel zum Vorweihnachtsgeschäft durch die Lernphase.
- Vergleichsdaten: Eine bewusste Migration erlaubt einen sauberen Vorher-Nachher-Vergleich. Bei Auto-Migration fehlt diese Trennlinie.
Konkret bedeutet das: Eine Kampagne als Test umstellen, eine zweite Woche Beobachten, Budgets und Negativlisten nachschärfen, dann der Rest. So bleibt das Risiko überschaubar — und Sie sehen vor dem Stichtag, wie sich AI Max im eigenen Konto verhält.
Was offen bleibt
Google hat nicht jedes Detail veröffentlicht. Offen ist unter anderem, wie die Bestandsstrukturen aus Anzeigengruppen, Ziel-URL-Listen und ergänzenden Texten im Migrationspfad konkret übersetzt werden. Wir gehen davon aus, dass über den Sommer weitere Hinweise im Google-Ads-Hilfe-Center und im Google-Ads-Blog erscheinen. Wer eine kritische Kampagne fährt, sollte den offiziellen Blog der Plattform im Auge behalten.
Für die meisten unserer Kunden ist die Botschaft einfach: Die Umstellung kommt. Sie kommt nicht in zwei Jahren, sondern in vier Monaten. Und sie passiert mit oder ohne Vorbereitung — der Unterschied ist, ob Sie die Spielregeln gelesen haben, bevor das Spiel anfängt.
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