Performance Max war seit dem Launch ein zweischneidiges Werkzeug: Eine Kampagne fuer Search, Display, YouTube, Gmail und Discover war effizient, kostete aber Kontrolle. Markenwoerter landeten in Anzeigen, in denen sie nicht erscheinen sollten. Bestandskunden wurden in Akquise-Kampagnen erneut beworben. Mit dem Update auf Google Ads Editor 2.12 im Maerz 2026 schliesst Google drei lang offene Luecken — und wir empfehlen, diese sofort einzurichten.
Brand Guidelines: 25 verbotene Begriffe, 40 Messaging-Regeln
Die wichtigste Neuerung sind die Brand Guidelines im Kampagnen-Setup. Pro Search- und Performance-Max-Kampagne lassen sich jetzt bis zu 25 Term Exclusions und 40 Messaging Restrictions hinterlegen. Das klingt technisch, ist in der Praxis aber das, was vielen unserer Kunden jahrelang gefehlt hat: ein Filter zwischen Googles automatisch generierten Assets und der eigenen Markensprache.
Term Exclusions blockieren konkrete Worte oder Wortgruppen — Wettbewerbernamen, missverstaendliche Synonyme, juristisch heikle Begriffe wie "guenstigster" oder "garantiert". Messaging Restrictions sind weiter gefasst: ganze Tonalitaets-Vorgaben, etwa "keine Superlative", "keine Frage-Headlines" oder "kein Du".
Wer den Final URL Expansion oder die Automatically Created Assets aktiviert hat, kennt das Problem: Googles AI bastelt Headlines, die zur Landingpage passen, aber nicht zur Marke. Bisher half nur, die Funktion komplett auszuschalten — und auf Reichweite zu verzichten. Jetzt laesst sich beides kombinieren.
Wir setzen die Term Exclusions in Kunden-Konten typischerweise so an: Wettbewerber-Markennamen, geschuetzte Eigennamen, Worte mit AGB-Risiko (etwa "kostenlos", wenn das Angebot Folgekosten hat) und Begriffe, die in der Branche missverstaendlich sind. Bei einem Handwerks-Kunden hat die Liste 18 Eintraege — nicht alle 25 muessen gefuellt sein.
Your Data Exclusions: Bestandskunden raus aus der Akquise
Die zweite Neuerung ist unscheinbar versteckt unter "Campaign Settings » Your data exclusions" und betrifft den groessten Schwachpunkt von Performance Max: Bisher wurden Customer-Match-Listen und Remarketing-Zielgruppen lediglich als Audience Signals behandelt — also als Hinweis fuer den Algorithmus, nicht als Ausschluss.
Konkret: Wer letzte Woche eine Bestellung aufgegeben hat, sah weiterhin Akquise-Anzeigen fuer das gleiche Produkt. Das ist seit dem Update vorbei. Customer-Match-Listen lassen sich jetzt hart ausschliessen, ebenso Remarketing-Audiences aus Google Analytics.
Schliessen Sie als Default Konvertierer der letzten 30 bis 90 Tage aus — abhaengig von Ihrem Sales-Cycle. Bei wiederkehrenden Kaeufen (Verbrauchsgueter) eher 30 Tage, bei langer Entscheidungsphase (B2B-Software) bis zu 180 Tage. Das Akquise-Budget geht dann an neue Kunden, nicht an die, die ohnehin wiederkommen.
Wer die eigene Customer-Database mit Google verknuepft hat — was wir bei jedem Shop-Kunden empfehlen — bekommt damit endlich saubere Akquise-Reports. Der Cost-per-New-Customer ist die Kennzahl, die zaehlt, nicht der Cost-per-Conversion mit aufgeblasenen Wiederkehrer-Zahlen.
PMax Experiments: Endlich messbar, ob es sich lohnt
Die dritte Neuerung adressiert die Vertrauensfrage. Performance Max ist eine Black Box: Sie sehen nicht, welcher Kanal welchen Anteil am Erfolg hatte, und ob die zusaetzlichen Conversions echtes Wachstum oder Kannibalisierung bestehender Kampagnen sind.
Mit PMax Experiments laesst sich jetzt testen: PMax allein gegen PMax plus Search, oder PMax aus gegen PMax an. Google teilt das Budget automatisch und liefert einen Uplift-Report mit statistischer Signifikanz — die ersten sieben Tage werden als Ramp-up verworfen, sinnvolle Ergebnisse gibt es nach mindestens vier bis sechs Wochen Laufzeit. Das Ergebnis ist nicht immer das, was man erwartet — wir haben in zwei Kunden-Accounts gesehen, dass PMax die Search-Kampagne effektiv kannibalisiert hat, ohne neue Conversions zu bringen.
Vor dem Test eine Hypothese formulieren ("PMax bringt mindestens 15 Prozent inkrementelle Conversions"). Wenn das Ergebnis darunter liegt, ist die Kampagne Budget-Verschwendung — egal wie gut der ROAS auf dem Papier aussieht.
Was wir KMU jetzt empfehlen
Drei Schritte fuer die naechste Wartungssitzung im Konto:
- Brand Guidelines anlegen. Mindestens fuenf Term Exclusions (Wettbewerber, juristisch heikle Worte) und drei Messaging Restrictions (eigene Tonalitaets-Vorgaben). Das ist eine Aufgabe von 30 Minuten und schuetzt vor automatisch generierten Headlines, die nicht zur Marke passen.
- Bestandskunden ausschliessen. Wer eine Customer-Match-Liste pflegt, schliesst sie als Your Data Exclusion aus den PMax-Akquise-Kampagnen aus. Falls noch keine Liste existiert, ist das jetzt der Anlass, eine anzulegen — am einfachsten via CSV-Upload aus dem Shop-Backend.
- Ein Experiment starten. Die ehrlichste Frage in Google Ads ist: Bringt diese Kampagne wirklich neuen Umsatz? PMax Experiments beantwortet sie zum ersten Mal sauber. Vor jeder Budget-Entscheidung ist das die Pflichtuebung.
Wo es noch hakt
Drei Einschraenkungen, ueber die Google im Release-Post nicht spricht: Erstens gelten die Brand Guidelines nur fuer Search und Performance Max — Display- und Demand-Gen-Kampagnen sind aussen vor. Zweitens werden Messaging Restrictions als Empfehlung gewertet, nicht als harte Regel; Google kann Headlines durchwinken, die im Graubereich liegen. Drittens funktioniert der Audience-Ausschluss erst, wenn die Customer-Match-Liste mindestens 100 aktive Nutzer nach Googles Matching enthaelt — fuer ganz kleine Shops trotz der gesenkten Schwelle nicht trivial, da das Matching die Liste typisch um 30 bis 50 Prozent verkleinert.
Trotzdem: Die drei Updates sind ein groesserer Schritt als die letzten zwei Jahre PMax-Releases zusammen. Sie raeumen auf, was seit Launch unsauber war: Markenkontrolle, Akquise-Sauberkeit, Mess-Transparenz. Wer die Funktionen ignoriert, laesst Geld liegen — und Markenidentitaet sowieso.
Wenn Sie Hilfe beim Aufsetzen der Brand Guidelines oder beim Auswerten eines PMax-Experiments brauchen, sprechen Sie uns an. Wir betreuen Google-Ads-Konten von KMU im Rheinland und uebernehmen die Wartung als monatliche Pauschale.
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