„Was kostet mich die Website eigentlich jedes Jahr?“ Diese Frage hören wir von Handwerksbetrieben, Praxen und Selbstständigen fast immer erst dann, wenn die erste Rechnung für eine Plugin-Lizenz kommt oder die Seite nach einem Update plötzlich weiß bleibt. Bei WordPress ist die Antwort zweigeteilt: Die Software selbst kostet nichts. Die Pflege kostet Geld oder Zeit, meistens beides.
Hier zeigen wir, aus welchen Posten sich die jährlichen Kosten zusammensetzen, wie Sie ein Wartungsangebot einschätzen und wann sich WordPress für eine kleine Website gar nicht lohnt.
Was gehört überhaupt zur WordPress-Wartung?
WordPress besteht aus drei Schichten, die unabhängig voneinander Updates bekommen: dem WordPress-Kern, dem Theme (dem Design) und den Plugins (den Erweiterungen, etwa für Kontaktformular, Cookie-Banner oder Galerie). Darunter liegt die PHP-Version auf dem Server. Zur Wartung gehören deshalb:
- Kern-, Theme- und Plugin-Updates – regelmäßig und zeitnah, wenn eine Sicherheitslücke geschlossen wird.
- Ein Backup vor jedem Update, damit Sie zurückkönnen, falls etwas bricht.
- Eine Kontrolle nach dem Update: Lädt die Startseite? Kommt eine Testnachricht aus dem Kontaktformular an? Stimmt die Darstellung auf dem Handy?
- Die PHP-Version im Blick behalten. Ältere Versionen bekommen irgendwann keine Sicherheitsupdates mehr – PHP 8.2 zum Beispiel Ende 2026. Was das für Ihre Seite heißt, steht in unserem Beitrag zum PHP-Support-Ende.
- Aufräumen: Plugins, die niemand mehr braucht, löschen statt nur deaktivieren. Wie das geht, zeigt unser Beitrag WordPress-Plugins ausmisten.
Updates einfach automatisch laufen zu lassen, ersetzt diese Liste nicht. Es nimmt Ihnen einen Teil der Arbeit ab, aber niemand prüft danach, ob das Formular noch funktioniert. Die Vor- und Nachteile haben wir in Automatische WordPress-Updates: einschalten oder lieber nicht? zusammengefasst.
Welche Kosten kommen im Jahr zusammen?
Einen festen Marktpreis für WordPress-Wartung gibt es nicht. Die Angebote reichen von einfachen Update-Paketen bis zu Rundum-Betreuung mit Notfall-Hotline. Für Ihre eigene Rechnung hilft es, die Posten einzeln aufzuschreiben:
- Hosting und Domain. Der Server, auf dem die Seite läuft, plus die Adresse. Oft ein Paketpreis, manchmal mit E-Mail-Postfächern.
- Premium-Lizenzen. Viele kostenpflichtige Themes und Plugins laufen als Jahreslizenz. Läuft sie aus, bleibt die Software zwar meist installiert, bekommt aber keine Updates mehr – auch keine Sicherheitsupdates. Prüfen Sie, welche Lizenzen auf Ihrer Seite stecken und wann sie verlängert werden.
- Die Wartung selbst. Entweder Ihre eigene Zeit oder ein monatlicher Betrag an einen Dienstleister.
- Der Notfall. Eine gehackte oder nach einem Update kaputte Seite wieder herzustellen, ist in vielen Wartungsverträgen nicht enthalten und wird nach Aufwand abgerechnet.
Bei uns kostet das Start-Paket für Hosting mit einer Website, einer Domain und drei Postfächern 300 € im Jahr. Läuft die Seite mit WordPress, kommt die CMS-Wartung für 15 € im Monat dazu: Core-, Plugin- und Theme-Updates mit Sicherheits-Scan nach jedem Update. Zusammen sind das 480 € im Jahr, plus eventuelle Premium-Lizenzen. Die Details stehen auf unserer Seite zum Webhosting.
Selbst warten: Was kostet Sie das an Zeit?
Selbst machen ist möglich und für manche Betriebe auch sinnvoll. Ehrlich gerechnet zahlen Sie dann mit Arbeitszeit. Rechnen Sie es für sich durch: Wenn Sie jeden Monat eine Stunde für Updates, Kontrolle und gelegentliche Fehlersuche einplanen, sind das zwölf Stunden im Jahr. Multiplizieren Sie das mit dem Stundensatz, den Sie Ihren Kunden berechnen. Für eine Malermeisterin oder einen Physiotherapeuten ist diese Stunde oft teurer als ein Wartungsvertrag.
Dazu kommt das Wissen, das man im Ernstfall braucht: Was tun, wenn nach einem Plugin-Update nur noch eine Fehlermeldung erscheint? Wer das nicht gelernt hat, verliert dann nicht eine Stunde, sondern einen Tag. Selbst warten lohnt sich vor allem, wenn Sie Spaß an der Technik haben und regelmäßig ein Backup zurückspielen können. Wie Sie Ihre Sicherung prüfen, steht in Wer sichert Ihre Website?
Woran erkennen Sie ein faires Wartungsangebot?
Ein niedriger Monatspreis sagt wenig, wenn unklar bleibt, was dafür passiert. Diese Fragen sollte ein Angebot beantworten:
- Wie oft werden Updates eingespielt – und wie schnell bei einer bekannten Sicherheitslücke?
- Wird vor jedem Update gesichert, und wird nach dem Update kontrolliert, ob die Seite noch läuft?
- Ist das Zurückspielen eines Backups im Preis enthalten?
- Was kostet die Bereinigung, wenn die Seite trotzdem gehackt wird?
- Sind Premium-Lizenzen enthalten oder zahlen Sie die separat?
- Wer ist Ihr Ansprechpartner, und wie schnell bekommen Sie eine Antwort?
- Wie lange ist die Kündigungsfrist?
Seien Sie skeptisch bei Versprechen wie „100 Prozent sicher“. Das kann niemand garantieren. Seriös ist: konsequente Updates, Backups und eine klare Regel, was im Ernstfall passiert.
Was passiert, wenn niemand wartet?
Eine WordPress-Seite ohne Pflege funktioniert oft noch monatelang scheinbar normal. Das Risiko wächst trotzdem mit jedem verpassten Update. Veraltete Plugins sind ein häufiges Einfallstor für Angriffe, und Angreifer suchen automatisiert nach Seiten mit bekannten Lücken – eine kleine Handwerker-Seite ist für sie genauso interessant wie ein großer Shop. Die Folgen reichen von Spam-Links auf Ihrer Seite bis zu Weiterleitungen auf fremde Angebote. Google warnt dann im schlimmsten Fall Besucher vor Ihrer Seite.
Die Reparatur danach kostet in der Regel deutlich mehr Zeit und Geld als die regelmäßige Pflege – vom Ärger mit Kunden, die eine Warnmeldung statt Ihrer Telefonnummer sehen, ganz abgesehen.
Brauchen Sie für eine kleine Website überhaupt WordPress?
Das ist die ehrlichste Sparmaßnahme: Wenn Ihre Website aus einer oder wenigen Seiten besteht, die Sie selten ändern, brauchen Sie oft gar kein Redaktionssystem. Eine einfache, fest gebaute Website hat keine Plugins, keine Datenbank und keine Login-Seite, die angegriffen werden kann. Die Plugin-Wartung fällt damit komplett weg.
Für genau diesen Fall haben wir die Visitenkarte: eine Seite zum Festpreis von 790 €, Hosting im ersten Jahr inklusive, danach 240 € im Jahr. Mehr dazu unter Webdesign und Preise. WordPress lohnt sich dagegen, wenn Sie regelmäßig selbst Inhalte einstellen, etwa Referenzen, Neuigkeiten oder einen Blog.
Fazit: Wartungskosten ehrlich einplanen
WordPress-Wartung ist kein Luxus, sondern Teil der laufenden Kosten, so wie die Versicherung für das Firmenauto. Schreiben Sie Hosting, Lizenzen und Wartung einmal nebeneinander auf und entscheiden Sie dann: selbst machen, abgeben oder auf eine einfachere Website umsteigen. Wenn Sie unsicher sind, was auf Ihrer Seite alles installiert ist, schauen wir gern einmal drauf.
Lass uns über dein Projekt sprechen.
30 Minuten Erstgespräch, kostenlos und unverbindlich. Konkrete Antworten statt Sales-Pitch.
→ Kontakt aufnehmen