Alle paar Monate fragt uns ein Kunde, womit wir eigentlich arbeiten. Die Antwort hat sich in den letzten zwei Jahren stark veraendert — und wird sich auch weiter veraendern. Trotzdem ist unser Stack 2026 ruhiger geworden, nicht aufgeregter. Wir zeigen Ihnen hier, welche Werkzeuge bleiben, welche wir 2025 ersetzt haben und nach welchen Kriterien wir entscheiden.
Was im Stack bleibt — und warum
Die Basis hat sich bei uns ueber zwei Jahre kaum geruehrt. Astro fuer das Frontend, Directus als Headless-CMS, Plesk-betreutes Hosting in Deutschland und TypeScript ueberall, wo es sinnvoll ist. Diese vier Bausteine tragen heute den groessten Teil unserer Kundenprojekte.
Astro hat sich bewaehrt, weil das Modell — kompiliertes HTML als Standard, JavaScript nur dort, wo es wirklich gebraucht wird — exakt zu den Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen passt. Schnelle Ladezeiten, planbare Hosting-Kosten, sauberer SEO-Output. Wir muessen Sie nicht mit Hydration-Strategien belaestigen, das System macht das richtige Default-Verhalten.
Directus bleibt, weil Sie als Kunde am Ende selbst Inhalte pflegen sollen. Ein API-first-CMS mit echtem Admin-Backend gibt uns die Freiheit, Frontend und Backend unabhaengig zu deployen, ohne dass Sie ein WordPress-Theme aktualisieren muessen.
Plesk auf deutschen Servern klingt unspektakulaer, ist aber genau das, was wir brauchen. Saubere Mailserver-Konfiguration, automatische Backups, Multi-Tenant-Trennung — alles ohne dass wir jeden Monat in eine Konsole muessen. Nicht jedes Werkzeug muss spannend sein. Manche sollen einfach nur leise im Hintergrund laufen.
Stack-Entscheidungen sind selten technisch. Sie sind organisatorisch. Welches Werkzeug kann der Kunde im Alltag bedienen, ohne uns alle zwei Wochen anzurufen?
Was 2025 in unseren Stack gewandert ist
Zwei Dinge haben unsere Arbeitsweise spuerbar veraendert. Erstens KI-gestuetzte Coding-Assistenten direkt im Editor. Wir nutzen sie heute fuer Boilerplate, Refactoring und das schnelle Lesen unbekannter Codebasen. Was sie nicht ersetzen: Architektur-Entscheidungen, Code-Review und die Frage, ob ein Feature ueberhaupt gebaut werden soll.
Zweitens eine kleine, aber wirkungsvolle Recherche-Schicht. Bevor wir einen Artikel schreiben oder eine Marktrecherche fuer einen Kunden machen, laeuft eine Suche ueber Tavily und ein gezieltes Auslesen von Quellen ueber Firecrawl. Das spart Stunden gegenueber dem manuellen Klicken durch Google-Ergebnisse — und produziert nachvollziehbare Quellenlisten.
Was wir bewusst nicht mehr nutzen
Aus Bestandsprojekten haben wir 2025 schrittweise ein paar Dinge entfernt:
- jQuery-Reste: Wo noch in Bestandsseiten vorhanden, ersetzen wir bei Wartung durch Vanilla-JS oder native HTML-Attribute. Der Bibliothek selbst geht es gut, der Aufwand sie zu laden lohnt fuer neue Projekte aber nicht.
- CSS-Frameworks fuer alles: Bootstrap und ihre Verwandten haben uns lange gute Dienste geleistet. Heute schreiben wir lieber knappe, design-system-eigene Styles. Das Bundle ist kleiner, das Design distinktiver.
- Wechsel um des Wechsels willen: Wir haben Stack-Hopping aus unserem Vokabular entfernt. Ein Werkzeug muss bei uns mindestens zwoelf Monate im Probebetrieb laufen, bevor wir es einem Kundenprojekt zumuten.
Wie wir entscheiden, ob ein Werkzeug bleibt
Wir haben drei Fragen, die wir vor jeder Stack-Aenderung beantworten:
- Loest das Werkzeug ein konkretes Problem unserer Kunden? Nicht: ist es modisch. Nicht: hat es Github-Sterne. Sondern: wuerde unser Kunde es merken, wenn wir es einsetzen.
- Koennen wir den Wechsel begruenden, ohne ein Schlagwort zu verwenden? Wenn die Begruendung „performanter, skalierbarer, moderner" ist, war es kein Grund, sondern ein Bauchgefuehl.
- Was passiert, wenn das Werkzeug in zwei Jahren weg ist? Bei jedem neuen Baustein denken wir die Exit-Strategie mit. Wer Astro heute waehlt, sollte wissen, wie er in drei Jahren auch wieder davon weg kaeme.
Das klingt vorsichtig — und ist es auch. Vorsicht ist in der Webentwicklung kein Fehler, sondern ein Service am Kunden. Sie buchen uns nicht, damit wir mit jedem Trend tanzen, sondern damit Ihre Seite in zwei Jahren noch laeuft.
Was 2026 noch dazukommt
Wir beobachten gerade zwei Entwicklungen ohne uns festzulegen. Edge-Rendering fuer dynamische Inhalte koennte fuer einige unserer Kunden interessant werden — vor allem dort, wo Personalisierung und Geschwindigkeit zusammenkommen muessen. Und der Aufbau von Volltextsuche direkt in der Site, statt ueber Drittanbieter, wird mit aktuellen Suchindex-Bibliotheken realistisch.
Beides befindet sich bei uns im Probebetrieb. Sie werden es bei einem von uns betreuten Projekt zuerst dann sehen, wenn wir uns sicher sind, dass es Ihnen mehr nuetzt als kostet.
Ein Stack, den niemand pflegen kann, ist kein Stack. Er ist eine Hypothek.
Genau aus diesem Grund veraendern wir unseren Stack langsamer als die Konferenz-Folien es vorschlagen. Jedes neue Werkzeug ist nicht nur ein Werkzeug, sondern auch eine Lernkurve, ein Update-Pfad, eine Doku, die jemand schreiben muss. Wenn wir das einrechnen, fallen die meisten Kandidaten von selbst raus.
Stack als Haltung, nicht als Modeschau
Werkzeuge wechseln, der Anspruch bleibt: Seiten, die schnell laden, leicht zu pflegen sind und in fuenf Jahren noch funktionieren. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Stack dazu passt — oder ob ein Wechsel wirklich noetig ist — schreiben Sie uns. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob es sich lohnt, oder ob die aktuelle Loesung tragen wird.
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