Ein Kunde findet Ihren Betrieb über eine Empfehlung, klickt auf den Link — und landet auf „Seite nicht gefunden". Was er daraus schließt, ist selten „da ist wohl ein Link veraltet", sondern eher: „Gibt es die überhaupt noch?" Tote Links gehören zu den Fehlern, die niemand absichtlich einbaut und die trotzdem auf fast jeder älteren Website stecken. Die gute Nachricht: Sie lassen sich mit kostenlosen Werkzeugen in einer halben Stunde aufspüren.
Woher kommen tote Links überhaupt?
Ein toter Link ist eine Verknüpfung, die ins Leere führt: Der Besucher klickt, der Server antwortet mit dem Fehlercode 404 — „nicht gefunden". Die häufigsten Ursachen sind unspektakulär:
- Relaunch oder Umzug ohne Weiterleitungen. Die webdesign/" class="auto-link" title="Webdesign bei Pageartist">neue Website hat neue Adressen, die alten verschwinden. Jeder Link, der noch auf die alten Adressen zeigt — aus Google, aus Branchenverzeichnissen, aus E-Mail-Signaturen —, läuft ab sofort ins Leere.
- Gelöschte oder umbenannte Seiten. Eine Leistung fällt weg, ein Blogbeitrag wird entfernt, eine PDF-Preisliste ersetzt — und drei andere Seiten verlinken noch darauf.
- Externe Links, die sterben. Sie verlinken auf einen Hersteller, eine Innung, einen Partnerbetrieb. Deren Websites ändern sich, ohne dass Sie davon erfahren.
- Tippfehler. Ein Buchstabendreher in der Adresse fällt beim Einpflegen nicht auf — der Link sieht normal aus, hat aber nie funktioniert.
Das Tückische daran: Ihre Website sieht dabei völlig gesund aus. Die Startseite lädt, das Kontaktformular funktioniert, und auch eine Ausfall-Überwachung meldet nichts — der Server läuft ja. Kaputt sind nur einzelne Wege durch die Website, und genau die benutzt niemand aus Ihrem Betrieb selbst.
Fünf Wochen ins Leere: ein Fall aus unserer Praxis
Wie leise das passiert, haben wir bei einem Hosting-Umzug in einem unserer Projekte erlebt. Die Website lief nach dem Umzug einwandfrei, sogar schneller als vorher. Was zunächst niemand bemerkte: Die Weiterleitungen von rund 70 alten Adressen aus der Vorgänger-Website waren beim Umzug nicht mitgekommen. Wer über einen älteren Google-Treffer oder einen fremden Link kam, landete auf der Fehlerseite.
Aufgefallen ist es erst bei einer gründlichen SEO-Prüfung — darunter waren Adressen mit jahrelang aufgebautem Google-Ranking. Seitdem gehört zu jedem Umzug eine feste Prüfliste: alte Adressen sammeln, Weiterleitungen einrichten, nach dem Umzug jede einzelne testen. Wie so ein Umzug ohne böse Überraschungen abläuft, haben wir im Beitrag zum Hoster-Wechsel ohne Ausfall beschrieben.
Diese kostenlosen Werkzeuge finden tote Links
Sie brauchen dafür weder Budget noch tiefe Technik-Kenntnisse. Drei Werkzeuge decken praktisch alle Fälle ab:
Google Search Console: die Pflicht
Die Search Console ist Googles kostenloses Kontrollzentrum für Website-Betreiber. Im Bericht zur Indexierung sehen Sie, welche Ihrer Adressen Google mit „Nicht gefunden (404)" ansteuert — also genau die Fälle, in denen Suchtreffer oder fremde Links ins Leere führen. Der Blick dorthin hätte in unserem Fall oben den Schaden auf Tage statt Wochen begrenzt. Wenn Sie die Search Console noch nicht eingerichtet haben: nachholen, sie kostet nichts und gehört zu jeder Website.
W3C Link Checker: der Gründliche
Der Link Checker des W3C — der Organisation, die die technischen Standards des Webs pflegt — prüft eine Seite kostenlos im Browser und folgt dabei allen Links, auch den externen. Adresse eingeben, bei Bedarf die Option zum Mitprüfen verlinkter Unterseiten aktivieren, ein paar Minuten warten, Ergebnisliste durchgehen. Keine Anmeldung, keine Installation. Für große Websites ist die Online-Variante allerdings begrenzt — dafür ist das nächste Werkzeug gedacht.
Screaming Frog: für größere Websites
Dieses Programm für den eigenen Rechner durchsucht Ihre komplette Website so, wie eine Suchmaschine es tut, und listet alle Fehler übersichtlich auf — in der kostenlosen Version bis 500 Adressen, was für die meisten kleinen Websites reicht. Die Bedienung ist etwas technischer, dafür sehen Sie auf einen Blick, welche Ihrer Seiten auf welche kaputte Adresse verlinkt.
Für WordPress gibt es außerdem Plugins, die Links dauerhaft überwachen. Unser Rat: für einen Prüflauf gern, danach wieder deaktivieren. Ständige Hintergrund-Scans kosten Serverleistung, und weniger Plugins sind fast immer die bessere Wahl.
Gefunden — und jetzt?
Für jeden toten Link gibt es eine von drei sauberen Lösungen:
- Link korrigieren. Steckt der Fehler in Ihrer eigenen Website — ein Tippfehler, ein veralteter interner Link —, beheben Sie ihn direkt an der Quelle.
- Weiterleitung einrichten. Zeigen fremde Websites oder alte Google-Treffer auf eine Adresse, die es nicht mehr gibt, richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite ein — Fachbegriff: 301-Redirect. Ihr Hoster oder Ihre Agentur erledigt das in wenigen Minuten.
- Die 404-Seite freundlich gestalten. Ganz verhindern lassen sich tote Links nie. Eine gute Fehlerseite fängt Besucher auf: ein kurzer Hinweis, Links zu den wichtigsten Seiten, eine Kontaktmöglichkeit.
Leiten Sie alte Adressen auf die inhaltlich passendste Seite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Wer nach „Badsanierung" gesucht hat und auf Ihrer Startseite landet, sucht dort nicht lange weiter.
Einmal im Quartal reicht
Tote Links sind kein Dauerthema, sondern ein Wartungspunkt. Unsere Empfehlung für kleine Websites: einmal im Quartal ein Durchlauf mit einem der drei Werkzeuge, dazu ein kurzer Blick in die Search Console. Zur Pflicht wird die Prüfung immer dann, wenn sich Grundsätzliches ändert — nach einem Relaunch, einem Hoster-Wechsel oder dem Löschen ganzer Bereiche.
Eine halbe Stunde alle drei Monate — mehr kostet es nicht, damit Empfehlungen, Suchtreffer und Verzeichnis-Einträge wirklich bei Ihnen ankommen statt auf einer Fehlerseite.
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