Eine Performance-Max-Kampagne spielt Ihre Anzeigen überall aus: in der Google-Suche, auf YouTube, im Displaynetzwerk, in Gmail, auf Maps und im Discover-Feed. Bezahlt wird alles aus einem Topf. Nur: Welcher Kanal wie viel davon bekommt — das war lange schlicht nicht sichtbar. Genau diese Lücke schließt der Bericht zur Kanalleistung. Er steht in Google-Ads-Konten bereit, und trotzdem haben ihn viele Inhaber kleiner Konten noch nie geöffnet.
Anlass, das zu ändern, gibt es gerade: Seit dem 21. September 2026 liefert auch die Berichts-Schnittstelle von Google Ads für Performance Max echte Kanaldaten statt des bisherigen Sammelwerts „Cross-network". Wer seine Zahlen über ein Dashboard-Tool oder von einer Agentur bekommt, sieht die Aufteilung jetzt also auch dort. Höchste Zeit, dass Sie sie selbst lesen können.
Was zeigt der Bericht zur Kanalleistung?
Sie finden den Bericht in Ihrem Google-Ads-Konto unter Kampagnen → Statistiken und Berichte → Kanalleistung (Google-Hilfe zum Bericht). Er schlüsselt auf, was bisher hinter einer einzigen Gesamtzahl verschwand:
- Leistungsübersicht — Kosten, Conversions und Kennzahlen wie CPA oder ROAS auf einen Blick
- Diagramm zum Kanalbeitrag — welcher Kanal wie viel zu Ihrem Zielvorhaben beiträgt
- Zeitreihendiagramm — wie sich die Verteilung über Wochen und Monate entwickelt
- Tabelle mit der Kanalverteilung — Impressionen, Klicks, Conversions und Kosten je Kanal
Aufgeschlüsselt werden sieben Kanäle: Google Suche, Suchnetzwerk-Partner, Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Gmail und Maps. Daten gibt es rückwirkend bis Juni 2025 — Sie können also nachsehen, wie sich die Verteilung in Ihrem Konto über die letzten Monate verändert hat.
Betreiben Sie einen kleinen Shop mit Merchant-Center-Anbindung, sehen Sie zusätzlich die Zeile „Anzeigen mit Produktdaten": Dort fasst Google alle Anzeigen zusammen, die auf Ihren Produktfeed zurückgreifen — etwa Shopping-Anzeigen in der Suche. Für reine Dienstleister ohne Produktfeed bleibt diese Zeile leer, das ist kein Fehler.
So lesen Sie die Zahlen
Die wichtigste Rechnung ist unspektakulär: Kosten geteilt durch Conversions — pro Kanal, nicht für die Kampagne insgesamt. Öffnen Sie die Tabelle mit der Kanalverteilung und stellen Sie die Spalten „Kosten" und „Conversions" nebeneinander.
Ein Rechenbeispiel: Ihre Kampagne kostet 400 Euro im Monat. Die Tabelle zeigt 180 Euro für die Suche mit acht Anfragen, 130 Euro für YouTube mit null Anfragen und 90 Euro für Display mit einer Anfrage. Die Gesamtzahl — neun Anfragen für 400 Euro — sah bisher passabel aus. Die Aufteilung zeigt: Fast ein Drittel des Budgets hat nichts beigetragen.
Wichtig beim Lesen: Klicks sind keine Anfragen. Display und Gmail liefern oft auffällig günstige Klicks — entscheidend ist, ob dahinter Conversions stehen. Bei lokalen Betrieben kommen echte Anfragen erfahrungsgemäß vor allem über Suche und Maps. Verlassen Sie sich aber nicht auf diese Faustregel, sondern prüfen Sie es in Ihrem eigenen Konto — genau dafür ist der Bericht da.
Wenn Sie mehrere Conversion-Aktionen messen, etwa Anrufe und Formular-Anfragen, lohnt ein zweiter Blick: Die Tabelle lässt sich nach Conversion-Aktionen segmentieren. So sehen Sie nicht nur, welcher Kanal überhaupt Conversions bringt, sondern auch welche Art — ein Anruf ist für eine Praxis meist mehr wert als ein Newsletter-Abo.
Machen Sie daraus ein Monatsritual: Kanalleistung öffnen, Kosten und Conversions je Kanal notieren, mit dem Vormonat vergleichen. Das dauert fünf Minuten und ersetzt das Rätselraten, ob „die Anzeigen laufen".
Abschalten lässt sich ein Kanal nicht — gegensteuern schon
Einen Schalter „YouTube aus" gibt es in Performance Max nicht. Google verteilt das Budget automatisch, und daran ändert auch der Bericht nichts. Was Sie steuern können, sind die Zutaten, mit denen die Automatik arbeitet:
- Video-Assets: Laden Sie kein Video hoch, erstellt Google automatisch eines aus Ihren Bildern und Texten — und spielt es aus. „Kein Video hochladen" verhindert den YouTube-Kanal also nicht. Umgekehrt gilt: Zeigt der Bericht, dass YouTube bei Ihnen Anfragen bringt, lohnt sich ein ordentliches eigenes Video statt der automatischen Variante.
- Erweiterung der finalen URL: Sie entscheidet mit, bei wie vielen Suchanfragen Ihre Anzeigen erscheinen — und damit auch, wohin Budget fließt. Warum wir sie in kleinen Konten meist abschalten, steht in unserem Beitrag zur Erweiterung der finalen URL.
- Auszuschließende Keywords: Die gibt es inzwischen auch für Performance Max, auf Kampagnen- und Kontoebene. Damit halten Sie Suchanfragen raus, die zwar Klicks kosten, aber nie zu Kunden werden.
- Brand Guidelines: Mit Term Exclusions und Messaging Restrictions verhindern Sie, dass automatisch erzeugte Anzeigentexte Ihrer Marke schaden. Wie Sie das einrichten, zeigt unser Beitrag zu den Brand Guidelines für kleine Konten.
Und wenn die Verteilung dauerhaft nicht passt?
Manchmal ist das Ergebnis des Berichts ehrlich ernüchternd: Ein erheblicher Teil des Budgets läuft seit Monaten in Kanäle, die keine einzige Anfrage gebracht haben. Dann ist die Antwort nicht immer „weiter optimieren". Performance Max braucht Conversion-Daten, um gut zu verteilen — ein kleines Konto mit einer Handvoll Anfragen im Monat liefert davon zu wenige. Für viele Selbstständige, Praxen und Handwerksbetriebe ist eine klassische Suchkampagne dann die bessere Wahl: weniger Reichweite, aber volle Kontrolle darüber, wofür jedes Klick-Budget ausgegeben wird. Die Abwägung haben wir im Beitrag Google Ads ohne Performance Max ausführlich beschrieben.
So oder so: Der Bericht zur Kanalleistung macht aus einer Blackbox eine Entscheidungsgrundlage. Wer weiß, wohin sein Werbebudget fließt, muss nicht mehr raten — und kann anfangen zu steuern.
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