Google Ads 09. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

Wie viel Budget brauche ich mindestens für Google Ads?

Google schreibt kein Mindestbudget vor. Trotzdem gibt es eine Untergrenze, unter der Google Ads nichts bringt. So rechnen Sie Ihr Google-Ads-Budget als kleiner Betrieb selbst aus.

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Daniel Piculjan Inhaber von page artist seit 2019.
Goldene Linien auf dunkelblauem Grund laufen von vielen Punkten in ein kleines Messgefäß

„Was muss ich mindestens in Google Ads stecken, damit das überhaupt etwas bringt?“ Diese Frage hören wir von Malern, Physiotherapeuten und Steuerberaterinnen fast wortgleich. Die ehrliche Antwort hat zwei Teile: Google selbst schreibt Ihnen kein Mindestbudget vor. Aber es gibt eine Untergrenze, unter der Sie nach drei Monaten nichts gelernt und trotzdem Geld ausgegeben haben. Diese Grenze können Sie für Ihren Betrieb in zehn Minuten selbst ausrechnen.

Gibt es bei Google Ads ein Mindestbudget?

Nein. Sie legen das Budget selbst fest, und zwar pro Kampagne als Tagesbudget. Bei einer normalen Suchkampagne zahlen Sie nur, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt. Einen Vertrag mit Mindestlaufzeit oder eine monatliche Grundgebühr gibt es bei Google nicht.

Wichtig zu wissen: Das Tagesbudget ist kein harter Deckel für jeden einzelnen Tag. Google darf an starken Tagen bis zum Doppelten ausgeben und gleicht das an schwächeren Tagen aus. Über den Monat gerechnet zahlen Sie aber nicht mehr als Tagesbudget mal 30,4. Wer 10 Euro pro Tag einstellt, sieht also an einem Montag vielleicht 17 Euro auf der Rechnung, kommt im Monat aber auf höchstens rund 304 Euro.

◆ Tipp

Denken Sie in Monatsbudgets, nicht in Tagesbudgets. Legen Sie fest, was Sie im Monat ausgeben wollen, und teilen Sie den Betrag durch 30,4. Das Ergebnis tragen Sie als Tagesbudget ein.

Warum zu wenig Budget teurer sein kann als gar keins

Der häufigste Fehler bei kleinen Betrieben ist nicht ein zu hohes Budget, sondern ein zu kleines, das sich über zu viele Suchbegriffe verteilt. Ein Beispiel: Eine Tischlerei stellt 3 Euro pro Tag ein und bewirbt Küchen, Treppen, Einbauschränke und Reparaturen in einem Umkreis von 50 Kilometern. Das Geld reicht dann für eine Handvoll Klicks pro Woche, verteilt auf vier Leistungen. Nach drei Monaten weiß niemand, welche Anzeige funktioniert hat und welche nicht.

Dazu kommt: Die automatischen Gebotsstrategien von Google lernen aus Anfragen, also aus Anrufen, Formularen oder Terminbuchungen, die Sie als Conversion erfassen. Kommen im Monat nur ein oder zwei solcher Signale zusammen, fehlt der Automatik die Grundlage. Wie sich das bei knappen Budgets auswirkt, haben wir im Beitrag zur Gebotsänderung im August 2026 beschrieben.

Ein kleines Budget ist also kein Problem. Ein kleines Budget, das auf zu viel gleichzeitig verteilt wird, schon.

So rechnen Sie Ihr Mindestbudget selbst aus

Statt einer Pauschalzahl empfehlen wir eine Rückwärtsrechnung. Sie brauchen dafür drei Werte.

  1. Was kostet ein Klick in Ihrer Branche und Region? Einen Anhaltspunkt liefert der Keyword-Planer in Ihrem Google-Ads-Konto. Er nennt für jeden Suchbegriff eine Spanne in den Spalten „Gebot für obere Positionen (unterer Bereich)“ und „(oberer Bereich)“. Nehmen Sie den oberen Wert als vorsichtige Obergrenze: Laut Google liegt er etwa beim 80. Perzentil dessen, was Werbetreibende zuletzt für Anzeigen ganz oben gezahlt haben. Der tatsächliche Klickpreis liegt meist darunter.
  2. Wie viele Besucher fragen bei Ihnen an? Wenn Sie es nicht wissen, rechnen Sie vorsichtig. Eine gute Seite mit klarer Telefonnummer und kurzem Formular schafft deutlich mehr als eine Startseite, auf der der Besucher erst suchen muss.
  3. Wie viele Anfragen brauchen Sie, um eine Aussage zu treffen? Für einen ersten Test reicht ein Ziel, das Sie im Monat sicher bemerken, zum Beispiel fünf Anfragen.

Die Formel ist dann: gewünschte Anfragen geteilt durch Anfragequote, mal Klickpreis.

Ein Rechenbeispiel

Die Zahlen sind angenommen, nicht aus einer Statistik, aber typisch für das, was wir in kleinen Konten sehen. Ein Malerbetrieb wirbt nur für „Maler“ plus Stadtname. Das Gebot für obere Positionen liegt laut Keyword-Planer bei bis zu 2,50 Euro, das nehmen wir vorsichtig als Klickpreis an. Von 100 Besuchern auf der Leistungsseite rufen 5 an oder schreiben, das sind 5 Prozent.

5
Anfragen als Ziel
100
nötige Klicks im Monat
250 €
Monatsbudget, rund 8,20 € pro Tag

Für fünf Anfragen braucht der Betrieb also etwa 100 Klicks. Bei 2,50 Euro pro Klick sind das 250 Euro im Monat. Kostet ein Klick in Ihrer Branche 6 Euro, was in umkämpften Branchen vorkommt, landen Sie bei 600 Euro. Genau deshalb ist jede Pauschalempfehlung aus dem Netz nur ein grober Anhaltspunkt.

Die Gegenrechnung gehört dazu: Was ist eine Anfrage für Sie wert? Wenn aus jeder dritten Anfrage ein Auftrag über 2.000 Euro wird, sind 250 Euro Werbebudget im Monat gut angelegt. Wenn Ihr typischer Auftrag 80 Euro bringt, lohnt sich derselbe Betrag kaum.

Wie Sie mit wenig Geld trotzdem etwas lernen

Mit einem Budget von 150 bis 300 Euro im Monat lässt sich Google Ads sinnvoll testen, wenn Sie konsequent eingrenzen:

  • Eine Leistung statt fünf. Bewerben Sie zuerst das, womit Sie am meisten verdienen oder was Sie am dringendsten auslasten wollen.
  • Enger Radius. Wer nur im Umkreis von 15 Kilometern arbeitet, sollte auch nur dort Anzeigen zeigen.
  • Feste Werbezeiten bei Anrufen. Wenn Anfragen vor allem telefonisch kommen, schalten Sie die Anzeigen nur zu Ihren Erreichbarkeitszeiten.
  • Suchkampagne vor Performance Max. Bei einer klassischen Suchkampagne sehen Sie genau, für welche Suchbegriffe Sie bezahlen. Warum wir kleinen Konten das raten, steht in Google Ads ohne Performance Max: Geht das noch?
  • Suchbegriffe wöchentlich prüfen. In den ersten Wochen landet erfahrungsgemäß ein Teil des Budgets auf Suchen, die nicht passen, etwa „Maler Ausbildung“ oder „Malerfarbe kaufen“. Wie Sie das finden und ausschließen, zeigt unser Suchbegriffe-Check.

Was muss stehen, bevor der erste Euro fließt?

Das Budget ist nur die halbe Rechnung. Die andere Hälfte ist die Seite, auf der Besucher landen. Wenn die Anzeige auf eine Startseite ohne klare Telefonnummer führt, zahlen Sie für Klicks, die nie zu Anfragen werden. Bevor Sie Geld ausgeben, sollten drei Dinge erledigt sein:

  • eine Zielseite für genau die beworbene Leistung, mit Preisrahmen oder Ablauf und gut sichtbarem Kontakt,
  • Conversion-Tracking für Anrufe und Formulare, damit Sie Anfragen der Anzeige zuordnen können,
  • ein fester Termin nach vier bis acht Wochen, an dem Sie anhand der Zahlen entscheiden: weitermachen, umbauen oder stoppen.

Ohne Tracking bleibt jede Budgetfrage ein Bauchgefühl. Mit Tracking sehen Sie nach wenigen Wochen, was eine Anfrage tatsächlich kostet, und können das Budget daran ausrichten statt an einer Pauschalzahl.

Unsere Faustregel

Wenn Sie nur eine Zahl mitnehmen wollen: Rechnen Sie aus, wie viele Klicks Sie für fünf Anfragen im Monat brauchen, und multiplizieren Sie das mit dem Klickpreis Ihrer Branche. Liegt das Ergebnis über dem, was Sie ausgeben wollen, verkleinern Sie zuerst Radius und Leistungsumfang, nicht die Klickzahl. Und wenn die Rechnung zeigt, dass sich Anzeigen für Ihren Betrieb nicht tragen, ist das auch ein Ergebnis: Dann ist das Geld oft in einer besseren Website und einem gepflegten Google-Profil besser angelegt.

Sie möchten die Rechnung für Ihren Betrieb einmal gemeinsam durchgehen? Wie wir Kampagnen für kleine Betriebe aufsetzen und betreuen, finden Sie auf unserer Seite zu Google Ads.


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